Mein Home-Multimedia-Setup

Multimedia TVIn den vergangenen Wochen habe ich recht viel Zeit und Gedanken in das IT Setup Zuhause investiert. Dies sind ja meist Themen mit welchen man sich kaum auseinandersetzen möchte – ich zumindest nicht. Es muss ein mal aufgesetzt werden und dann einfach, möglichst automatisch und zuverlässig funktionieren. Das bisherige Setup war schon recht lange in Betrieb und erforderte etwas Aufmerksamkeit – außerdem war es mein Ziel es zu vereinfachen und zu verschlanken.

Gerne möchte ich dir mein altes und mein neues Setup beschreiben – was für Software ich verwende und auf welche Schwierigkeiten ich gestoßen bin.

Das bisherige Setup bestand aus einem Router, einem Server Computer, einem Multimedia Computer und einem AppleTV. Der Server diente bis dato als Web- und FTP Server sowie zum herunterladen von im Internet verteilten Sicherheitskopien (Torrents) – nur legale versteht sich. Des Weiteren habe ich hier häufig Videos konvertiert und last but not least diente er als lokalen Dropbox Endpunkt (damit das LAN Sync auf die Geräte schneller geht) und als Fileserver. Letztere Funktion wurde mit 2x 2TB Festplatten umgesetzt welche im Windows Software RAID zusammengeschlossen wurden. Ich verwende deshalb ein Software RAID 1 da es mir in dem Fall nicht auf die Leistung (Lese-/Schreibgeschwindigkeit) sondern auf die Ausfallsicherheit, Einfachheit und vor Allem Unabhängigkeit von Hardware ankommt. Bei einem hardware RAID Controller ist immer das Problem das man aufgeschmissen ist, wenn die Steckkarte kaputt geht – bei Onboard Controllern ist das Problem noch viel gravierender. So kann ich den RAID Verbund problemlos in fast jeden Windows PC (unter Windows XP Pro muss Software Raid erst durch einen Hack freigeschaltet werden) einbauen und darauf zugreifen. Eines vorweg: Ich verwende in meinem meiner Computer Server Festplatten. Diese halten zwar in der Theorie länger als Desktop Festplatten, sind aber um einiges teurer. Fällt eine Platte im RAID aus, kann sie kostengünstig ausgetauscht werden – außerdem sind so höhere Kapazitäten möglich.

In meinem ehemaligen Multimedia PC taten zwei 1TB Festplatten, ebenfalls im Software RAID 1 ihren Dienst. Dieser diente dazu alle Filme auf den Fernseher und alle Musik auf die Stereoanlage zu bringen. Das RAID sicherte meine Musiksammlung vor Datenverlust – das iTunes synchronisierte zudem all meine iDevices. Eingeschaltet wurde der PC allenfalls ein- zwei Mal die Woche – dafür verbrauchte er sehr viel Platz im HiFi Tisch – ganz zu Schweigen von Kabeln zu Fernseher, Netzwerkkabel etc.!

Meinen AppleTV nutzte ich schon seit geraumer Zeit um vom iPad, iPhone oder Laptop darüber Musik auf die Anlage zu streamen oder YouTube Videos zu schauen. Ein Traum war es immer ihn für all das ein zu setzen für das ich bisher den Multimedia PC gebraucht habe.

Wie kann man nun all das vereinfachen habe ich mich gefragt? Mein Augenmerk wurde auf ein Jailbreak des AppleTV gelenkt – Firecore! Hier ein kurzes Video das die Möglichkeiten von Firecore beschreibt:

Mit Firecore ist es demnach möglich alle möglichen Video-Codecs ab zu spielen und das direkt aus einem per SMB freigegebenen Ordner im Netzwerk? Funktioniert großartig! Alle anderen Funktionen des AppleTV bleiben erhalten – weitere Funktionen von Firecore habe ich noch nicht ausgiebig genug genutzt um ausführlicher darüber zu berichten – aber das folgt sicherlich noch in einem separaten Beitrag. Zurück zum Zugriff auf die Filme: Ich habe auf meinem Fileserver einen Benutzer für Firecore angelegt der über eine normale Dateifreigabe ausschließlich auf meinen Filme-Ordner Zugriff bekommt. Andere Ordner machen wenig Sinn da er dann alle verfügbaren Medien indiziert und man am Ende gar nichts mehr findet. Zu den gefundenen Filmen sucht er automatisch Cover Bilder, Zusammenfassungen, Cast sowie Genre etc. heraus. Natürlich darf der Original Titel nicht fehlen. Alles wird, nach der etwa eine halbe Stunde dauernden Einrichtung, AppleTV-like angezeigt. Sieht also aus wie wenn es schon immer zum AppleTV gehören würde. Man kann nun Filme gezielt suchen, bewerten, nach Genres anzeigen und als gesehen markieren. Sollte Firecore einen Film falsch erkannt haben kann man die Anzeige berichtigen – bis auf sehr wenige Ausnahmen konnten alle richtig angezeigt werden.

Einen Haken hat der Jailbreak. Er ist zwar recht einfach durch zu führen, man braucht aber ein Micro-USB Kabel. Nicht zu verwechseln mit einem Mini-USB Kabel (welches durch diverse Handys oder Kameras verwendet wird). Ich musste mir eins kaufen. Außerdem kann man danach keine offiziellen AppleTV Software-Updates mehr durchführen. Ein Umstand den ich wenig nachtrauere denn im Gegensatz zum iPhone oder iPad kamen hier in der Vergangenheit wenig neue Funktionen hinzu. Dann aber das größte Manko: Man kann es nur mit AppleTV der ersten und zweiten Generation machen. Zum Glück hatte ich eines der zweiten Generation. Nutzer der dritten Generation (HD Version) können leider kein Firecore aufspielen.

So, das Problem mit dem Abspielen von Filmen hatte ich gelöst – musste nur noch iTunes auf den Server umziehen. Mein Plan: Alle Festplatten in den Server einbauen, iTunes dort aufspielen und per Wireless Sync alle Geräte auf dem aktuellsten Stand halten. Soweit so schwierig. iTunes lässt sich nicht einfach umziehen – schon gar nicht wenn man die Laufwerksbuchstaben umändert. Nach langem Probieren und lesen im Netz habe ich die einfachste aber zeitaufwändigste Lösung gewählt: Ich habe alle Titel aus iTunes Match noch mal heruntergeladen. Hat aber gleich den Vorteil das ich alle Musikstücke in der guten AAC Version habe und meine Library endlich mal in sofern aufgeräumt ist, als das dort keine alten MP3 Leichen mehr herumliegen. Der Download aller ca. 25.000 Titel dauerte „nur“ 3 Tage. Die Apps und die Serien (denn die verwalte ich der Übersichtlichkeit als einzige Video-Art in iTunes) habe ich von Hand zurück kopiert – was aber dank guter Tags in den M4V Dateien kein Problem war. Soweit so gut – iTunes lief auf dem Server. Sogleich wurden alle iDevices gekoppelt und synchronisiert was aber erstaunlicherweise ohne Probleme geklappt hat. Alle wurden auf Wireless Sync umgestellt – drei iPhones und zwei iPads. Die iPods müssen nach wie vor per Kabel synchronisiert werden – aber dafür kann man gerne mal in den Wandschrank gehen.

Mein Server, immerhin ein P4 3Ghz mit 2GB RAM und Windows 2008 Server, wurde aber immer langsamer und langsamer. Wieso? Ich stellte fest, dass es an iTunes liegen musste. Jedes Mal nach Beenden von iTunes war der Computer wieder schnell… Schnell stellte ich fest, dass es zwei Prozesse von iTunes zum Wireless Sync waren die das Problem verursachten. Zwei AMS.exe liefen bei jeweils 50% CPU Leistung – wohl ein Bug von iTunes der schon seit den Anfängen vom Wireless Sync existiert. Ein Problem das ich noch nicht habe lösen können. Ansonsten funktioniert der Wireless Sync sehr gut!

Musik kann ich nun also direkt vom AppleTV abspielen, per AirPlay von iPad, iPhone oder Mac Book auf den AppleTV schicken und über die Anlage anhören. Filme kann ich nun bequem über den AppleTV schauen und per Infrarot-Fernbedienung bedienen. Ich bin den Multimedia PC im Wohnzimmer los geworden – dieser war groß, laut und mit Wireless Tastatur und Maus alles Andere als komfortabel zu bedienen. Zumal die Reichweite von Tastatur und Maus sehr zu Wünschen übrig lässt. Der AppleTV wird nun quasi täglich benutzt und auch die Freundin ist nun einfach in der Lage Musik ihrer Wahl im Wohnzimmer zu hören.

Des Weiteren habe ich versucht meinen Server weitestgehend zu automatisieren mit Push Benachrichtigungen, Growl, Dropbox etc. – aber dazu mehr in einem anderen Post.

Hier noch die versprochene Liste der verwendeten Software:

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