Verbreitung der Radioaktivität im Pazifik

300 Tons Radioactive Water in Japan

Ist diese Grafik nicht besorgniserregend? Dutzendfach geht sie aktuell durch das social media, wird in Youtube Videos als Untermalung der These und meist für den Transport anderer waghalsigen Thesen gebraucht. Auf den ersten Blick sieht sie auch sehr furchterregend aus – die blaue Spur zeigt weg zu Japan und hat ihren Ursprung vermeintlich zu Fukushima. Glaubwürdig macht die Grafik das Logo der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) welche angeblicher Herausgeber dieser Schreckensmeldung ist.

Stutzig sollte man aber zum ersten Mal werden wenn man sich die Skala auf der rechten Seite anschaut in der von Zentimeter (cm) die Rede ist. Was sollten Zentimeter mit Radioaktivität zu tun haben? Ganz einfach: Die Grafik hat nichts, aber so rein gar nichts mit der Verbreitung von Radioaktivität im Pazifik zu tun. Sie zeigt den Verlauf der Höhe der Tsunami-Welle welche die unumstrittene Katastrophe in Fukushima erst ausgelöst hat. Ihren Ursprung findet die Welle dicht vor dem Japanischen Festland und breitete sich über den ganzen Pazifik hin aus.

Es gibt natürlich – speziell in den USA – Untersuchungen darüber in wie fern die Radioaktivität Auswirkungen auf andere Kontinente haben könnte. Hierzu zwei kurze Statements zweier US Amerikanischer Wissenschaftler:

David Yogi, Sprecher der U.S. Environmental Protection Agency: „With the amount of dilution that would occur, any kind of release in Japan would be non-detectable here,“

Eric Norman, Nuklearwissenschaftlicher Professor an der Universität von Kalifornien, Berkeley: „The Pacific Ocean is an enormous place,“ sagt Norman, der Radioaktivität aus Fukushima in Regenwasser, Milch und Pflanzen in Kalifornien nach dem Erdbeben und dem Tsunami nachgewiesen. „There’s a lot of material between us and Japan. No matter what happens in Fukushima, it’s not going to be a problem over here.“

Nun soll das natürlich nicht heißen, dass die Radioaktivität ausschließlich ein lokales Problem ist – Tschernobyl hat uns zum Beispiel gelernt das es das sehr wohl nicht ist – allerdings sollte man von übertriebener Panikmache abstand nehmen. Speziell die Verbreitung im Pazifik hat den Vorteil das die unheimliche Menge an Wasser die kontaminierte Menge an Wasser so stark verdünnt das sie kein Problem sein sollte – zumindest nicht in einiger Entfernung. Als Homöopath würde ich mir allerdings große Sorgen machen – Fukushima D12? 😉

Es ist immer wieder faszinierend wie sehr man doch Panik verbreiten kann mit offenkundig falschen Informationen. Diese müssen nur den Hauch von Autorität besitzen und schon taugen sie um allerhand Gerüchte, Panik und auch Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen. Bleibt nur eines: Ein wacher Verstand nicht alles immer sofort zu glauben und „einfach so“ geteilte Inhalte in social media zunächst einmal kritisch gegenüber stehen.

Weitere tolle falschmeldungen wie diese findest du auf der Webseite Snopes.com.

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