Warum das iPhone 5 ein Erfolg wird

Wie du weißt, bin ich ein Apple-Fan. Nichtsdestotrotz soll das hier keine „Werbeveranstaltung“ für das neue Telefon aus Cupertino werden. Aber, und das musst du mir zugestehen, will ich versuchen zu beschreiben wieso das iPhone für mich noch immer, und speziell mit dem iPhone 5, das beste Mobiltelefon auf dem Markt ist.

Vergangene Woche hat Apple das lang erwartete iPhone 5 vorgestellt. Entgegen seiner Vorgänger waren viele Design- und Featuredetails bereits vor der Vorstellung bekannt geworden – ob gewollt oder nicht. Als alter Applemaniac muss ich sagen: „Unter Steve hätte es so etwas nicht gegeben“. Dennoch sind die Neuerungen nicht zu verachten. Das iPhone 5 stellt den größten, vielleicht sogar einen größeren, Entwicklungsschritt des iPhones seit dem Wechsel vom iPhone 3 auf das iPhone 4 dar und ist ein komplettes Redesign.

Gehäuse

Das neue Gehäuse des iPhone 5 ist um 18% dünner als das des iPhone 4S und nur 7,6mm dick. Damit sollte es in jede Westentasche passen und ist 1mm (Samsung Glaxy S3) bzw. 3,1mm (Nokia Lumia 920) dünner als seine Konkurrenz. Optisch fällt der Rand der über den Metallrahmen hinaus stand weg. Das neue iPhone macht einen kompakteren Eindruck.

Mit 112g ist es ebenfalls leichter als die Konkurrenz von Samsung (133g) und Nokia (185g). Weiter hat sich Apple Gedanken darum gemacht wo der Kopfhöreranschluss sein sollte. Dem iPod Touch folgend ist dieser nun auf die Unterseite des Telefons gewandert.

Ein häufig erwähntes Manko des iPhones seit seiner vierten Generation war die Glas-Rückseite, brach sie doch zu gerne in 1000 Stücke wenn einem das Telefon aus der Hand rutschte. Eine Reparatur war zwar auch früher mit ca. 30,-€ nicht sehr teuer, beim neuen iPhone soll dies jedoch nicht mehr vorkommen. Die Rückseite ist aus Metall.

Richtig Punkten kann das iPhone jedoch in Bezug auf Haptik und Verarbeitung. Das Galaxy fällt hier in vielen Tests negativ auf und das Lumia kann nicht mit der Verarbeitung des iPhone mithalten. Hochwertige Materialien gepaart mit einer enorm guten Verarbeitung. Des Weiteren ist das Samsung einfach nur unpraktisch groß wenn man es nach wie vor als Telefon ansieht.

Display

Das Retina Display, bekannt aus dem iPhone 4, wurde im iPhone 5 weiter verbessert. Nicht nur bekam es einige Pixel-Zeilen hinzu indem die Diagonale auf 4″ anwuchs, was der Höhe des Displays zugute kam, sondern auch das Touchscreen wurde verbessert. Es ist 30% dünner, was die Dicke des Telefons reduzieren half. Dies konnte erreicht werden indem die Touchscreen Technologie IN das Display wanderte. Das hat zur Folge das das Bild abermals dichter an die Oberfläche des Telefons rückt. Das sieht schön aus, da man nicht mehr auf einer Glasfläche VOR dem angezeigten Bild rumtatscht sondern mehr das Gefühl hat das Bild selbst zu berühren. Des Weiteren reduziert es auch die Anfälligkeit für Spiegelungen auf dem Display.

Klar haben das Samsung (1.280 x 720px) und das Nokia (1.280 x 768px) eine höhe Auflösung als das iPhone 5 (1.136 x 640px). Aber ist das wirklich entscheidend? Ist das nicht das haschen nach größeren Zahlen wie die Hatz nach der höchsten Gigaherz Zahl Ende der 90er als sich AMD und Intel mit aberwitzigen Zahlen gegenseitig überboten? Immerhin hat Nokia nachgelegt und mit 332 Pixel pro Zoll eine ähnlich gute Pixeldichte realisiert wie das iPhone mit Retina (326 Pixel pro Zoll). Auch hier fällt das S3 deutlich ab mit nur  306 Pixel pro Zoll. Da nützt ihm sein größeres Display auch nichts.

Von den reinen Zahlen scheint das Lumia und das iPhone die Nase gleichauf die Nase vorne zu haben. Ab zu warten bleibt jedoch die Qualität des Bildes beider Telefone. Zahlen sind dagegen Schall und Rauch.

Features

Features gibt es in allen Telefonen natürlich viele. Eines davon im iPhone 5 ist die Unterstützung von LTE. Leider wird aktuell nur das Band der Deutschen Telekom hierzulande unterstützt – nur diese kommen in den Genuss des angeblich superschnellen Internets. Aber ist dies ein entscheidendes Feature? Sind die Netze der Provider ohnehin nicht schlecht ausgebaut? Bis diese eine Qualität annähernd der von UMTS erreichen ist gewiss schon ein iPhone 6 auf den Markt. Der LTE Ausbau kommt zudem hauptsächlich in Ballungsräumen schnell voran – nicht auf dem Land wo man es eigentlich bräuchte. Denn eigentlich ist LTE ja nicht als Ersatz für UMTS entwickelt worden sondern um Haushalte abseits jedes DSL über große Strecken per Funk schnell mit Internet versorgen zu können. Etwas das im Moment zumindest in die Hose zu gehen scheint.

Gescholten wird Apple auch dafür, dass sie NFC (Nearfield Communication) weg gelassen haben, böte die metallene Rückseite doch optimalen Platz für eine solche Antenne. Das Problem mit NFC ist das berühmt berüchtigte Henne-Ei-Problem. Es gibt keine Zahlungsstationen für NFC weil es keine Endgeräte gibt, und es gibt keine Endgeräte weil es keine Zahlungsstationen gibt. Wenn überhaupt ist dies ein Thema für die USA diese erfahrungsgemäß schneller sind im Umsetzen dieser Technologien. Da die Konkurrenz diese Technologie auch noch nicht umsetzt ist es bisher also nur ein Hirngespinst.

Auch gescholten wird Apple wegen angeblich schlechterer Prozessoren. Mal davon abgesehen das der A6 noch keinen unabhängigen Benchmark unterzogen wurde sehen die Zahlen sicherlich nicht so supertoll aus wie die der Konkurrenz. Gleiches gilt für Speicher. Allerdings darf man eines nicht unterschätzen: Applikationen werden speziell NUR für das iPhone entwickelt und darauf zu geschnitten. Das iPhone braucht demnach weniger Prozessorleistung um die gleiche Leistung auf dem Display zu bringen. Android und Windows 8 hingegen müssen auf kleinen Telefonen bis hin zu Tabletts laufen. Das dieser Fakt nicht entscheidend ist für die Anmutung der Geschwindigkeit kann man schon bei den aktuellen Modellen von iPhone und Samsung Galaxy sehen. Der A6 Chip wird sicherlich genug Leistung für das nächste Jahr iPhone bieten – nicht mehr und auch nicht weniger. Alles andere sind nur Zahlen.

Kopfhörer

Die neuen Kopfhörer sind ein echter Hingucker und eventuell die ersten Zwei-Wege-Inearkopfhörer der Welt. Ob sie vom Klang her besser sind als die bisherigen Modelle bleibt ab zu warten. Angeblich sollen sie besser im Ohr sitzen. Ein Lob gibt es auch hier für das konsequente Durchdesignen jedes einzelnen Teiles.

Dock-Adapter

Der Dock-Adapter hat sich verändert und damit wurde eine lange Tradition bei Apple gebrochen. Alle Zubehörhersteller müssen sich nun Gedanken machen über neue Anschlüsse ihrer Accessories. Allerdings bietet Apple für eine Strafgebühr von „nur“ 29,-€ einen Adapter auf den alten Anschluss an. Mittelfristig jedoch zwingt man so jeden Radioweckerbesitzer ein neues Gerät zu kaufen welches den neuen, kleineren Anschluss unterstützt. Die Konkurrenz setzt hier auf Mini-USB – auf den ersten Blick praktischer – aber nur auf den ersten. So kann man hierüber nicht so einfach beliebige Accessories entwickeln, beliebig schnell laden etc. Hier sollten sich alle Hersteller mal zusammensetzen und einen einheitlichen Standard entwickeln.

Ökosystem

Der allergrößte Vorteil des iPhones ist in meiner Sicht das Betriebssystem. Apple ging es noch nie um die Hardware. Die Hardware des Telefons und aller anderer Geräte wie dem iPad oder den Macs war immer nur eine hübsche Verpackung für das eigentlich wichtige: Der Software!

Dies ist ein Punkt den viele Hersteller verschlafen haben. Nokia ist mit Symbian unter gegangen, RIM kämpft ums Überleben, Microsoft ist bereits untergegangen und kann nur Dank viel Geld aus dem Desktopgeschäft mit Windows 8 einen neuen Angriff zusammen mit Nokia wagen.

Apple verkauft in erster Linie nicht ein iPhone sondern ein iOS. Dieses gibt dem Benutzer Zugriff auf das bisher größte Ökosystem an Apps und Möglichkeiten. Sicherlich, Android holt hier schnell auf. Aber hier ist der Markt sehr aufgesplittet da einige Hersteller und Anbieter eigene Stores haben – hier hat man als Anwender kaum Investitionssicherheit und ist oft verwirrt. Des Weiteren ist zu erwarten das auch längerfristig der Appstore eine höhere Qualität an Apps bieten kann und wird. Warum? Die Bezahlmentalität der Apple Benutzer ist einfach höher. Android Nutzer erwarten Apps zumeist kostenlos. Dies hat die Folge das Entwickler lieber für iOS entwickeln – trotz der viel gescholtenen „geschlossenen Platform“. Entwickler die Geld verdienen können mehr Zeit und Aufwand investieren und bessere Apps produzieren. As easy is that. Zumal sind die Design-Richtlinien für iOS apps wesentlich strenger und werden genauer kontrolliert was ebenfalls zur Folge hat, dass der Nutzer besser geschützt ist vor Viren und Malware, Software bekommt die irgendwie alle gleich funktionieren und man sich leichter zurecht findet und eine gewisse Kontrolle ausgeübt wird welche Apps sinn machen oder nicht. Wie sich der Store von Windows 8 entwickeln wird, dieser ist noch mit Abstand der Kleinste, bleibt ab zu warten. Im Moment ist er jedoch noch kein Vergleich zu den beiden Konkurrenten.

Nun das wichtigste im Bezug auf Software: Betriebssystemupdates. Bei Apple bekommt der Käufer eines Telefons mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Jahre Betriebssystemupdates kostenlos und zeitnah. So kommt morgen bereits das iOS 6 heraus das vergangene Woche noch angekündigt wurde. iOS 6 ist abwärts kompatibel bis zum iPhone 3GS – erschienen vor mehr als 3 Jahren in 2009! iOS fügt Verbesserungen ein, Sicherheitsupdates und neue Funktionen. Sicherlich können nicht alle Funktionen auf allen Telefonen genutzt werden – ein Beispiel hierfür ist Siri im iPhone 4S – aber das macht nichts. Detailverbesserungen sind häufig genau so interessant und lassen das „alte Telefon“ in ganz neuem Licht erstrahlen.  Gibt es so etwas bei der Konkurrenz? Nein! Bei Android muss man Glück haben, dass die Hardware Hersteller – in diesem Fall Samsung – Lust darauf haben das OS für das jeweilige Telefon zu testen frei zu geben. Zum Teil bekommt man Wochen später erst eine Nachricht, dass ein Update vorliegt – wenn überhaupt. Die Unterstützung älterer Geräte ist gelinde gesagt als „mager“ zu bezeichnen.  Wie es bei Windows 8 aussehen wird ist noch etwas unklar. Eines schon mal: Ein Update von den Vorgängerversionen von Windows 8 Mobile auf die aktuelle Version wird nicht möglich sein.

Fazit

Apple versteht es nach wie vor prima eine Einheit aus Software und Hardware zu schaffen. Sie verzichten auf dienen Schnickschnack den manch anderes Telefon besitzt, welches es kompliziert, groß, schwer oder anfällig machen. Sie verzichten darauf am „Zahlenrennen“ teil zu nehmen und konzentrieren sich auf die User-Experience. Sie kümmern sich intensiv um ihr eigenes Ökosysetem – einem der Kernpunkte in allem.

All das und noch mehr machen für mich das iPhone schon immer und auch für diese Generation zum besten Telefon. Leider bin ich erst in einem Jahr wieder dran mit einem Update meines privaten Telefons – ich freue mich schon jetzt auf das „iPhone 5S“! 😉

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